Krankheiten

Auch bei Ragdolls spielen, wie auch bei anderen Rassekatzen, Erbkrankheiten eine große Rolle. Daher sollten diesen Tiere auf PKD und HCM getestet werden.

  • PKD: Die polyzystische Nierenerkrankung ist eine weit verbreitete Erbkrankheit, die Perserkatzen und deren Abkömmlinge betrifft. Erst bei einem erwachsenen Tier können die Zysten durch Ultraschall sichtbar gemacht werden. Bis anhin musste man seine Zuchttiere bei einem geschulten Radiologen untersuchen lassen. Hauptsächlich befallen sind Perser- und Exotics, sowie Mischrassen derselben. Mittlerweile hat sich leider auch ein Gentest etabliert. Dabei wird eine Blutprobe in einem aufwendigen und teuren Labortest auf das Gen untersucht, welches Zysten verursacht. Dieser Test ist allerdings nicht für alle Katzenrassen zugelassen. Aussagekräftig ist daher nur der Ultraschall. PKD-Gentests sind für Ragdolls NICHT aussagekräftig da nicht für diese Rasse entwickelt!
  • HCM: Die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) ist eine durch eine konzentrische Hypertrophie des Ventrikels gekennzeichnete Erkrankung des Herzmuskels. Die HCM ist die am häufigsten diagnostizierte Herzerkrankung bei Katzen. Der erste HCM-Test sollte im Alter von einem Jahr erfolgen, bevor die Katze zur Zucht eingesetzt wird. Sicher festgestellt werden kann HCM nur, wenn die Erkrankung beim betroffenen Tier ausgebrochen ist. Die einzige Möglichkeit, HCM sicher zu diagnostizieren bzw. auszuschliessen, ist ein Herz-Ultraschall. Dieser Herz-Ultraschall muss von einem erfahrenen Kardiologen mit einem Farb-Doppler-Gerät durchgeführt werden. Die meisten „normalen“ Tierärzte haben weder die entsprechende Erfahrung noch die passende Ausrüstung und werden daher sinnvollerweise zur Ultraschalluntersuchung weiterverweisen. Anhand der Ultraschall-Untersuchung kann aber nur erkannt werden, ob zum Zeitpunkt der Untersuchung HCM vorliegt. Es ist keine Aussage darüber, ob das geschallte Tier in Zukunft HCM entwickeln wird. Da es sich beim Ultraschall um eine Momentaufnahme handelt, wird ein verantwortungsbewusster Züchter seine Tiere regelmässig schallen lassen.Seit kurzem gibt es 2 Gentests für die HCM-Erkennung. Man muss sich aber beim Gentest bewusst sein, dass er bisher nur für Maine Coons und nur für jeweils genau 1 Gen funktioniert. Vom Menschen her ist aber bereits bekannt, dass es mehr als 100 verschiedene Gene gibt, die HCM auslösen können (beim Menschen heisst die Krankheit HKM). Daher ist anzunehmen, dass es auch bei Katzen nicht anders ist.

    Zum einen gibt es den Test auf dem MYBPC3-Gen nach Meurs, der schon etwas länger im Einsatz ist. Dieser Test wird inzwischen von vielen Coonie-Züchtern durchgeführt. Das Ergebnis des Gentests kann sein: positiv (HCM/HCM), negativ (N/N), mischerbig (N/HCM) .
    Der zweite verfügbare Test betrifft eine Mutation des gleichen Gens, die sogenannte Koch-Mutation. Auch hier gibt es als Ergebnis die Werte positiv, negativ und mischerbig. Der Gentest nach Koch ist weniger verbreitet, da er zum einen neuer ist, zum anderen noch sehr wenig Konkretes über die Studie vorliegt. Der Test wird von verschiedenen Laboren bereits angeboten, aber die Ergebnisse sollten aufgrund der wenigen veröffentlichten Fakten der Studie durchaus mit Vorsicht betrachtet werden.

    Noch mehr Unsicherheit bezüglich der Aussagekraft der Gentests bringt eine aktuelle Studie, die keine Verbindung zwischen dem Gentest-Ergebnis und einer tatsächlichen HCM-Erkrankung sieht. Die Veröffentlichung der Details bleibt noch abzuwarten, ob der Gentest nach Meurs dadurch als nicht relevant betrachtet werden kann, ist noch fraglich.

    Unabhängig vom Ausgang der aktuellen Diskussion um die Gentests: rein aufgrund der Tatsache, dass sie derzeit nur einen Bruchteil der verursachenden Gene testen können, ergibt sich zwangsläufig, dass Gentests derzeit als Vorsorgemassnahme auf gar keinen Fall den Ultraschall ersetzen können.

    Daher sind sich die führenden Kardiologen einig in der Schlussfolgerung:
    „Der Goldstandard für die Zuchtauslese besteht weiterhin in der echokardiographischen Untersuchung“.

    Diese Untersuchung sollte allerdings in regelmäßigen Abständen bis zu einem Alter von ca. 6 Jahren wiederholt werden.

Beide Untersuchungen sollten nur von entsprechend qualifizierten Tierärzten duchgeführt werden.